Berlin 2003
Nu reden wa Tacheles!
(Tacheles kommt vom jiddischen tachliss, wörtlich Zweck oder Ziel. Man sagt dem Gegenüber klipp und klar, was Sache ist.)
Wir wohnten in der Nähe des Kuhdamms "Willkommmen Berlin - wir sind da!"
Koffer auspacken und ab in den Zoo.
Da kannste nich meckern!
Für Berliner ist diese Äußerung ein dickes Lob oder anders gesagt, das Höchste der Gefühle.
Aba weeßte, die 10er waren mächtich inne Bredrullje,
sie rannten die janze Zeit von Hacke bis Nacke und manche jingen schon uffn Zahnfleisch.
Man looft sich Brüschen wegen de Kultur.
Na, is ejal, von wat uns schlecht wurd, mits loofen wurd viel Zeit vaplemert.
Es fiel gar nicht auf, dass wir es mit dem dollsten Sprachmischmasch zu tun hatten.
Man rannte sich also die Hacken ab.
Die Hacken sind die Fersen und Nacke ist nur Lautmalerei...
Von Hacke bis Nacke reimt sich so schön und klingt dramatisch.
Die Brüschen sind Beulen auf gut Berlinisch.
Mit Namen jongliert der Berliner liebend gern...
Der Jemüsefritze, der Werkstattfritze, der Zeitungsfritze, ...
Friedrich II, der olle Fritz, lässt grüßen.
Friedrich der Große liebte seine Hunde über alles.
Im Garten von Sanssouci hat er sie begraben.
Unter jeder Steinplatte liegt einer seiner Hunde.
Sein größter Wunsch war es, neben ihnen bestattet zu werden.
1786 starb er.
Erst nach dem Fall der Mauer 1991
fand er hier seine letzte Ruhe,
unter einer schlichten Steinplatte
umgeben von seinen Lieblingshunden.
Die "Berliner Luft" hat manchen schneller geprägt, als er/sie gedacht hätte.
Und so kam auch viel zu schnell der letzte Abend.



