Kooperation mit dem RBG
Gemischtes Doppel füllt die Lücken
Pilotprojekt im Lohfeld: Kollegen des Gymnasiums unterrichten Zehntklässler der Realschule
Bad Salzuflen-Schötmar (tis). Mitunter ist selbst eifriges Lernen nicht genug. „In Mathe und Englisch gibt es oft trotzdem Probleme“, blickt Eckhard Brand auf Schüler, die nach der zehnten Klasse von der Realschule aufs Gymnasium wechseln. Für sie haben die beiden Schulen im Lohfeld nun den Lehrertausch gestartet.
Der Kooperationsvertrag, den der Schulleiter des Rudolph-Brandes-Gymnasiums, Eckhard Brand, und Kollege Fritz-Otto Husemann von der Eduard-Hoffmann-Realschule geschlossen haben, ermöglicht einer Realschülergruppe den direkten Kontakt mit dem Gymnasium. „Angleichungskurse sind nicht die ganze Lösung“, ist Husemann überzeugt. „Wir müssen früher ansetzen.“
Seit vergangener Woche sind daher zwei Kurse eingerichtet, die im Laufe des Schuljahres sowohl von Realschul- als auch Gymnasiallehrern betreut werden. Ein Novum. Ein Drittel der zehnten Jahrgangsstufe nimmt an dem freiwilligen Angebot teil, betont Husemann. „Alles Schüler mit potenziellem Q-Vermerk.“ Zunächst einmal soll das Pilotprojekt für die beiden Fächer „Englisch“ und „Deutsch“ ausprobiert werden.,
„Realschüler haben durchaus ein wenig Angst vor dem Gymnasium“, ist Eckhard Brand überzeugt. „Bevor sie an die neue Schule kommen, wissen sie eigentlich nicht, wie dort Unterricht stattfindet.“ Deshalb solle der Kooperationsvertrag zweierlei bewirken: inhaltliche Lücken stopfen, die zwischen den gymnasialen Lehrplänen und denen der Realschule bestehen, und eine Vorab-Gewöhnung an die neue Situation leisten. Schwerpunkte im Unterricht würden zwischen den beiden Schulformen durchaus unterschiedlich gesetzt, weiß Realschulleiter Husemann. Kollege Eckhard Brand ergänzt: „Bei uns am Gymnasium wird durchaus abstrakter argumentiert – beispielsweise in der Mathematik.“ Im Englischunterricht seien darüber hinaus Unterschiede im Kenntnisstand zur Grammatik erkennbar. Gefunden haben sich vier Lehrer, die das Konzept mit Leben füllen wollen: Coletta Gamerschlag, Claudia Lakämper (beide von der Eduard-Hoffmann-Realschule), Almut Hartmann und Wilfried Rahe (vom Rudolph-Brandes-Gymnasium). Da sie sich in ihren Fächern zum Doppel mischen, das sich beim Unterricht ablöst, sei auch der Austausch zwischen den Schulformen gewährleistet, meint Brand. Sollte sich das Modellvorhaben als erfolgreich erweisen, sei es denkbar, das Projekt auch auf andere Fächer auszuweiten. Auch der Zugang für Hauptschüler des Zentrums Lohfeld sei vorgesehen, stellen Eckhard Brand und Fritz-Otto Husemann klar.
© 2009 Lippische Landes-Zeitung, Dienstag 10. Februar 2009
